Oktoberglück im Sturm

Der Oktoberwind zerrte an den letzten Blättern, die sich an
den kahlen Ästen festklammerten, während dunkle Wolken
wie schwere Decken den Himmel verdunkelten. Aber es
regnete nicht. Noch nicht.

„Was für ein Glück!“, murmelte Eva und hob das Gesicht in
den milden Wind, der sanft über ihre Wangen strich. Noch
hatte der Regen nicht begonnen, und sie genoss diesen
flüchtigen Moment, in dem der Herbst mit seiner kühlen
Luft die Welt umhüllte. Die würzige Frische des Laubs
vermischte sich mit dem fernen Duft reifer Äpfel.

Dann plötzlich zuckte ein greller Blitz durch den grauen
Himmel. Eva erschrak, ihr Herz schlug schneller. „Ein Gewitter
im Oktober?“ Ihre Stimme klang ungläubig. Sie schüttelte den
Kopf. Das war ungewöhnlich.

Trotz des leisen Schauers, der über ihren Rücken kroch, zog es
sie in die Freiheit, die die Natur ihr bot. Doch ein donnerndes
Grollen riss sie aus ihren Gedanken. Hastig begann sie, schneller
zu gehen. Die ersten schweren Tropfen klatschten auf den Boden,
als sie gerade das Gartentor erreichte. Im nächsten Moment öffnete
der Himmel seine Schleusen und der Regen stürzte herab.

„Was für ein Glück!“, lachte Eva, als sie mit nassen Haaren
und tropfendem Mantel die Haustür aufschloss und sich in die Wärm

zu gehen. Die ersten schweren Tropfen klatschten auf den Boden,
als sie gerade das Gartentor erreichte. Im nächsten Moment öffnete
der Himmel seine Schleusen und der Regen stürzte herab.

„Was für ein Glück!“, lachte Eva, als sie mit nassen Haaren
und tropfendem Mantel die Haustür aufschloss und sich in die Wär
e
rettete. Der Duft von Gewürzen und frischem Tee wehte ihr
entgegen.

„Glück? Sagtest du Glück?“ Georg tauchte im Türrahmen auf,
ein fragender Blick in seinen Augen. „Ich sehne mich nach einer
Glücksgeschichte.“

„Ach, das war nur ein kleiner Dialog, den ich gerade mit der Natur
geführt habe.“ Eva zwinkerte, während sie die feuchten Schuhe
ausstreifte und mit einem Handtuch durch ihr Haar fuhr.

„Mit der Natur?“ Georg runzelte die Stirn, dann grinste er. „Und
was hat sie dir gesagt?“

„Dass ich ein paar Dinge jetzt klarer sehe. Und dass ich ein großes
NEIN für etwas gefunden habe.“ Sie hob die Augenbrauen und sah
Georg prüfend an. „Agnes.“

Georgs Schultern sackten leicht nach unten. „Aber sie ist doch
meine Mutter“, murmelte er.
hat“, erwiderte Eva sanft. „Erinnerst
du dich? Sie wollte immer ein lastenfreies Leben. Und du warst
ihr eine Last. Und jetzt, da sie in Schwierigkeiten steckt, will sie
in unser Leben eindringen? NEIN.“

Georg schien einen Moment zu überlegen, doch dann nickte er
langsam. Eva spürte, wie eine Last von ihren Schultern fiel. Georg
hatte offenbar schon nachgedacht. Tatsächlich hatte er in letzter
Zeit Anrufe getätigt, sich nach Senioreneinrichtungen erkundigt.
Er wollte das Problem lösen, aber auch seiner Pflicht als Sohn
gerecht werden.

„Weißt du, was wir brauchen?“, sagte Georg plötzlich, ein
schelmisches Glitzern in seinen Augen. „Einen wohlhabenden
lten Herrn,
er sich
nach einer lieben Frau sehnt. Oder ein Wunder.“

Eva musste lachen. „Ja, ein Wunder wäre in der Tat nicht schlecht.“
„Vielleicht habe ich ja bereits eines in Arbeit.“ Georg grinste
geheimnisvoll. „Wir reden später darüber. Heute Abend, bei einem
Glas Wein.“

Evas Neugier war geweckt, aber sie ließ sich nichts
anmerken.
„In Ordnung. Ich koche uns etwas Schönes.“

Und das tat sie auch. Der Duft von Kürbissuppe füllte bald
die Küche, während der Ofen die Quiche für den Hauptgang
goldbraun backte.
Dazu ein bunter Salat, und als Krönung eine Apfeltarte, deren
süßes Aroma das Haus in einen wohlig-warmen Herbstzauber
hüllte.
Während sie kochte, war sich Eva sicher: Irgendwie würden sie
eine Lösung finden. Vielleicht waren Wunder doch greifbarer, als
man glaubte.