Maiwetter, Bauernregeln und seltsame „Heilige“

 

Ein paar Gedanken über den Mai, das Wetter und die Eisheiligen

„Der Monat Mai ist ein Wonnemonat“, sagen die Menschen und sie freuen sich.
So lange haben sie sich auf diesen Monat gefreut. Die Bäume sind nun wieder
mit frischem, hellen Grün belaubt und die Blumen blühen bunt und üppig in
allen Farben. Daran haben die Menschen voller Sehnsucht in der langen
Winterzeit und auch noch im launischen April oft gedacht und sich Maiensonne
und Wärme herbeigesehnt. Nicht vergebens. Oft erleben wir im Maitage, an
denen die Sonne wie im Hochsommer vom Himmel warm strahlt und die Kinder
laut „Juchhu! Es ist T-Shirtwetter! Lasst uns zum Baden gehen!“ rufen.

Die Landwirte hingegen wünschen sich öfter einmal ein paar laue, sanfte
Mairegentage, denn mit Regen wachsen die Gräser, Saat- und Gemüsepflanzen
besser. Alte Bauernregeln zeigen, was sich die Landwirte wünschen. Das zum
Beispiel:

„Regen im Mai bringt Wohlstand und Heu“ oder „Ist der Mai recht heiß und
trocken, kriegt der Bauer kleine Brocken, ist er aber feucht und kühl, gibt es
Frucht und Futter viel“
.

Aber bitte: Kalt darf es im Mai nicht mehr werden. Das wünscht sich nun keiner
mehr. Doch da tauchen in der Monatsmitte zuweilen ein paar recht „seltsame Heilige“
auf, die Spaß daran haben, Landwirte, Garten- und Blumenfreunde ein bisschen zu
ärgern: Es sind die Eisheiligen, die die Namen Mamertius, Pankratius, Servatius,
Bonifatius und Kalte Sophie tragen. Sie können, so sagt man, die letzten kalten Tage
des Jahres bringen und mit Nordwinden und Nachtfrösten die Saat und Sommerblumen nochmals gefährden. Aus dem Grund warten viele Leute mit der Aussaat und dem
Anpflanzen empfindlicher Pflanzen in Blumenkästen, im Garten und auf den Feldern
bis zum 15. Mai, dem Tag der ‚kalten Sophie‘. Danach, so heißt es, soll der kalte Spuk
ein Ende haben und der Sommer seine Fühler im Land ausstrecken. In den
Berggegenden wird nun auch das Vieh auf die Sommerweiden gebracht.

Dazu gibt es auch wieder passende Bauernregeln, nämlich: „Des Maien Mitte bietet
für den Winter noch eine Hütte“
oder „Gehen die Eismänner ohne Frost vorbei,
schreien die Bauern juchei“
und viele andere.

Du siehst, auch im Wonnemonat Mai ist noch lange nicht alles eine Wonne.