Samstag, April 20, 2019

Lieblingsspiel Ramsch

Unser absolutes Lieblingsspiel: Der Ramsch.

Obwohl er aus der deutschen Skatordnung verbannt ist,
gehört der Ramsch eindeutig zu den schönsten und beliebtesten Spielen.

Auch in unserem Kreis ist er wie eine Oase in der Wüste,
ein Quell der Freude und Erquickung.


Bereits die Ankündigung der Ramsch-Runde wird begleitet von großem Jammern,
führt oft schon
im Vorfeld zu depressiven Exzessen und verstärkt sich nach Austeilen
der Karten zu suicidhaften Andeutungen. Hört einer still diesem Wehklagen zu, ist er
mit äußerster Vorsicht zu behandeln:
Entweder hat er ein Superblatt oder will einen
Durchmarsch versuchen. Das Drücken des Stocks verstärkt das Unwohlsein der Teilnehmer.
Nicht selten ist ein "Jetzt könnte ich den Grand spielen"
oder "Mensch, musstest Du mir
genau die drücken?" zu hören. Und wagt es einer, zu schieben,
sind ihm mindestens
vernichtende Blicke sicher, wenn nicht schlimmeres. Zieht jemand in Erwägung,
einen Grand Hand zu spielen und deutet das bei seinen Überlegungen
vor Aufnahme des Stocks an,
wird er meistens bestärkt und kann sich, falls
er es wirklich macht, zahlreicher Dankesbezeugungen erfreuen. Nur gewinnen
sollte er möglichst ein solches Spiel nicht. Denn dann wird er hundertprozentig
mit dem abwertenden Ruf bedacht: "So eine Oma!!"

Wenn einer ( Stock geschoben ), vielleicht vom Alkohol umnebelt, vielleicht im
Spiel zuviel geklärt, nach verlorenem Ramsch seufzt: "Ich verstehe das nicht,
eigentlich hatte ich doch ein gutes Blatt", fehlt selten der Trost eines anderen Spielers:
"Passiert mir auch immer wieder. Man weiß nie, wie der Ramsch ausgeht."
Manchmal ist auch der verzweifelte Ausruf zu hören:"Immer ich!!
Jetzt habe ich schon drei Ramsch verloren!! Heute ist nicht mein Tag,
ich bin sowieso geschafft."

 

Wird nach dem Ramsch wieder das erste normale Spiel gemacht,
kann das Jammern fortgesetzt werden:
"Ja, natürlich!! Jetzt könnte ich einen Ramsch spielen, und was für einen!!"